EWU-Trainerlehrgang C/B mit Marina Perner - Trainerin A Westerneiten
Reiten, reiten so reiten sie doch!
Ja, solche Aussagen sind sinnlos- wir wissen das jetzt... Sie auch?
Oktober 2007. Wir befinden uns irgendwo umgeben von ganz viel Natur im Brandenburgischen Dreetz- Michaelisbruch bei Barbara Beutler im Boon Docks Stable. Dies meint ungefähr so viel wie am A.... der Welt.
Hier versammelten sich insgesamt 10 sehr wiss begierigeTrainer C/B Anwärter.
Voller Erwartung, Tatendrang und hoher Motivation traten wir, Marina Perner, der Kursleiterin, gegenüber.
In den ersten Tagen demonstrierte und erklärte uns Marina explizit, welche Aufgaben und Verantwortungen, in Bezug auf unterschiedlichste Pferd/Reiterkombinationen in Zukunft von uns zu bewältigen sind. Ein ganz schön dicker Batzen im Anfängerbereich! Damit hätten wir nicht wirklich gerechnet.
Wer Marina kennt, weiß, wie anspruchsvoll ihre Kurse sind und das man als Reiter auch manchmal an seine Grenzen stößt. Horsemanship als Grundlage für einen seriösen Umgang mit Ponys und Schülern- so ihr Motto! Marina half jedem einzelnen, seine bisherigen reiterlichen Geschicke weiter zu entwickeln, zu verfeinern oder auch gänzlich zum positiven zu verändern.
Das lehrreiche und spezielle an Ihrer Arbeit ist wie, durch Veränderung unserer Hilfengebung, positive Reaktionen der Pferde unmittelbar und deutlich eintreten... Wahnsinn!!!
Nach der ersten Unterrichtserteilung unsererseits war allen klar: „ wir waren definitiv zu leise, die Übungen nicht immer ganz stimmig, der Standort nicht richtig gewählt, die Sicherheitskriterien nicht eingehalten, der ein oder andere Reitschüler wurde auch schon mal vergessen“, kurz.............. die Mängelliste war riesengroß und der erste Frust ebenso. Wie gesagt der erste Frust. Das heißt wir wurden jeden Tag tatsächlich besser und besser!
Ja, ein Trainer Lehrgang auf wirklich hohem Niveau. Das praktische Reiten, die Planung und Umsetzung der Unterrichtserteilung und die Vielfalt der Theorie war schon eine große Herausforderung. Wir hatten, jeder nach seinen Möglichkeiten alles im Griff.
Da war dann bloß noch die schriftliche Lehrprobe! Die Zeit und Marina saßen uns ständig im Nacken
Ha, ha ... wie füge ich Bilder ein, ohne das die Tabelle verrutscht? Und warum funktioniert der Drucker nicht? Wo um Gottes Willen gibt es hier in dieser Gegend wohl Druckerpatronen? Fragen über Fragen. Aber macht ja nichts, wenn das mit dem Trainerdasein im normalen Leben nicht klappen sollte, dann haben wir eine echte Chance als Layoutgestalter für Internetseiten oder so. Ja, wir sind wahre Computergenies geworden, ehrlich gesagt waren wir zum Schluss stolz auf unsere wunderschönen und mit gutem Inhalt gestalteten Unterrichtsentwürfen. Die Richter übrigens auch!
Marina bewies unter anderem in dieser Zeit, das es tatsächlich möglich ist, aus einem eingefleischten ambitionierten Reiner einen vorzeigbaren Horsemanship Reiter zu kreieren, oder aus einem Araber (welcher sich oftmals auf die Flucht begibt) ein ruhiges Trail Pferd zu machen. Ja. es ist schon erstaunlich was Training mit einem guten Konzept alles bewirken kann.
Drei Tage vor der Prüfung sollte es eine erneute Sichtung geben, eine Sichtung der Kleidungsstücke für den Prüfungstag. Wir alle verzichteten darauf und fuhren freiwillig mit Marina ins Outlet- Center. Wir sollten und wollten ja nicht aussehen wie die Oldstyle Cowboys, Lucky Luke oder Australiens letzte Aussteiger.
Außerdem waren wir so fleißig das ein wenig Spaß schon drin sein musste.
Nachdem alle schick und adrett waren, konnte die Prüfung beginnen.
Kurz vor Prüfungsbeginn fanden sich alle Teilnehmer samt Pferden in einem Kreis zusammen und wünschten sich viel Glück.
Bei jedem einzelnem wurde mehr oder weniger laut mitgefiebert: Hm! Ah! Oh nein!
In einer kurzen Reitpause, gelang es mir, Marina zu beobachten, ich glaube sie hat selber gar nicht bemerkt, wie sie auf dem Stuhl hin und her wippte, selbst Nasemann der Hund, schien nervös zu sein.
Auch im Gelände behielten trotz kleiner Komplikationen alle die Nerven.
„Halt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Es bockt!!!!!!!! Keine Angst Freunde, ich nehme alles auf meine Kappe, so die interne Gruppendynamik!“
Es war ein sehr harter Prüfungstag, welcher bis in den Abend hinein ging, aber wir und unsere Pferde haben alles gegeben.
Dank des großen Teambereitschaft innerhalb der Gruppe und Marinas Hilfe haben wir alle unser Ziel erreicht.
Es waren harte, unvergessliche aber auch schöne Wochen ...down in the boondocks, es war toll dort gewesen zu sein.
Einen großen Dank an Barbara Beutler und ihren Lebensgefährden. Ihr habt uns super betreut.
Auch den Richtern Dietmar Boyks, Werner Schiel und Felicitas Hübner herzlichen Dank für faires richten, die freundliche Begrüßung und die respektvollen Umgangsformen mit uns Prüflingen.
Es kam wie es kommen musste, alle haben bestanden!!!!!!!
Und das sind die neuen Trainer C & B Westernreiten:
Trainer C:
Barbara Beutler – Henry Sander – Susann Greie – Anett Strobel – Cornelia Borner – Kristina Schidda – Rosi Blum
Trainer B:
Justine Becker – Katharina Asmuß – Tanja Rathje
Und von allen Kursteilnehmer einen besonderen Dank an Marina Perner. Wir sehen uns auf jeden Fall wieder bei The Gentle Touch und in einem Jahr beim nächsten Trainerlehrgang der EWU.
Noch ein paar Worte zur EWU -Trainerausbildung
Meiner Meinung nach sollte sich wirklich jeder Unterrichtende oder gar „Selbst ernannte Trainer“, egal in welcher Reitweise, einem Lehrgang wie diesem unterziehen.
Wir stehen nun am Anfang unserer Karriere als Ausbilder für den Einstiegs- und Freizeitbereich. Durch diesen Trainerlehrgang haben wir mit Sicherheit wesentlich mehr fundierte Voraussetzungen als Ausbilder ohne diese Schulung. Dies meine ich unabhängig von einem Schein! Es geht viel mehr um die
Pädagogik zur Unterrichtserteilung, um das Erkennen der
Voraussetzungen von Pferd und Reiter und um das Wissen über
die Funktionalität der Hilfengebung.
Qualität nicht Quantität muss die Richtlinie für eine kompetente Ausbildung sein.
Reiten soll Spaß und Freude bereiten. Reiten darf nie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit von Pferd und Reiter überschreiten. Leistungsfähigkeit zu verbessern bedeutet einen langzeitlichen Trainingsplan und Trainingsprinzipien für Pferd und Reiter entwickeln zu können.
Des Weiteren muss der Reitlehrer in seinem Tätigkeitsfeld der Reitlehre entsprechend fit sein. Dies ist sehr schwer und
erfordert u.a. sehr viel Wissen und Einfühlungsvermögen.
Durch einen solchen Lehrgang werden wir nicht zu den perfekten Reitern oder Reitlehrern, aber wir durften eine ganze Menge an Grundlagenwissen mit nach Hause nehmen. Diese Grundlagen bilden das Fundament für unser Handeln. Horsemanship bedeutet fairer Umgang mit dem Pferd. Das ist die Basis für gutes Reiten. Das haben wir gelernt!!!
Sprüche wie; Reiten, reiten so reiten sie doch sind zeitraubend und nichts sagend.
Wir versuchen es demnächst besser und Dank des Lehrganges auch detaillierter zu vermitteln.
Ein dickes Dankeschön an die EWU. Schön das es solche Lehrgänge gibt!
Geschrieben von Rosi Blum
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