Dies lernten wir bei Marina Perner im Rahmen des EWU- Trainerkursesin Neustadt/ Wied- Fernthal auf der Trainingsanlage von Claus Theurer (2008)
Die Kunst der Unterrichtserteilung
Es trafen sich 7 mutige Frauen, um gemeinsam den Kampf, im erlernen der Fähigkeiten zum Trainer C, anzutreten.
Marina Perner, unsere Ausbilderin, kreuzte unseren Weg und entschied spontan: „Diesen mutigen Frauen werde ich die Kunst des Unterrichtens freilich beibringen.“ Schon die Aussage einer Traineranwärterin “ Ich möchte gerne was lernen …. und Spaß haben!“ brachte Marina Unser Dankeschön zum Schmunzeln und man konnte erahnen was sie dachte!
Doch allen Unkenrufen zum Trotze belehrten wir sie eines besseren! Wir lernten und schwitzten, kämpften uns durch das Regelkreismodell und die Marinas Hund
Superkompensation Tag für Tag aufs Neue und hatten auch noch sehr viel Spaß dabei!
Der ausbalancierte Sitz
Horsemanship Schwerpunkt der korrekte Sitz und eine feine Hilfengebung
Als Marina uns fragte warum wir alle mit einem Reining- Sattel reiten, ahnten wir noch nicht dass sie eine Perfektionistin in dem Bereich des funktionalen
Sitzes ist. Am Beispiel eines Grand Prix Reiters der ja schließlich auch nicht im Springsattel in die Prüfung geht hatte sie sofort und ohne wenn und aber
unser Bewusstsein verändert.
Nein, der Sattel ist nicht Schuld, aber wo kommt denn dann der Hang zum dezenten Stuhlsitz wohl her?
Auch hier entschied Marina spontan: „ Diesen lustigen und noch immer so mutigen Frauen
werde ich Wege zum korrekten Sitz aufzeigen.“
Gesagt – Getan!
Ich sage nur „Progressive Muskelentspannung“! Genau damit ging Marina dem Problem an den Kragen. Wehe dem, der denkt das hätte tatsächlich etwas
mit Entspannung zu tun! Ganz das Gegenteil war der Fall, es war der Hammer und wir dachten jeden Moment vor Erschöpfung vom Pferd zu fallen. Aber
siehe da, es zeigte seine faszinierende Wirkung. Wir fühlten uns wie nach einer Beinverlängerungs- OP und sind dem Ziel hübsch und mit langem Bein zu
reiten ein ganzes Stück näher gekommen.
Die Steigbügel wurden bis zu 3 Löcher länger geschnallt und dennoch hatten wir einen wunderbar tiefen Absatz.
Das Mitschwingen im Becken bekam andere Dimensionen, die Pferde wurden losgelassener und fühlten sich sichtbar wohler, wir kamen zum Sitzen – ein
wirklich gutes Gefühl!
Hupkonzert im Westerwald
Als einige Tage später sich just noch 5 weitere mutige Frauen uns anschlossen, um in die Geheimnisse des Trainer B- Seins eingeweiht zu werden fing der Spaß
erst richtig an.
Die fünf Damen passten hervorragend in unsere Gruppe und wurden kurzum mit in unser Herz geschlossen. Wir bemerkten recht schnell dass auch hier
die progressive Muskelentspannungs- Therapie ihre Anwendung finden würde.
Als die Unterkörperhaltung verbessert war ging es an den Oberkörper! Oha- wir hatten Spaß bei der Unterrichtserteilung. Es kam wie es kommen
musste, eine der Traineranwärterinnen bediente sich dummerweise des Slogans „Brust raus“, Dies war ein fataler Fehler in der Ausdrucksform. Marina belehrte uns wieder mit anschaulichen Beispielen dass man sich so nicht ausdrücken sollte. Kein Problem für uns! Es musste schnell ein prägnanter Merkspruch her, der zwar jedem von uns sagte, was zu tun war, jedoch nicht von jedermann als solches erkannt werden sollte. Und so wurde unser Schlachtruf: „Hupen vor!“ „Hup, hup“ erkoren. Und so erschallte zu jeder Tageszeit ein lautes „hup, hup“ durch die Halle. Wir hatten riesigen Spaß und Marina die Sicherheit dass wir die Botschaft empfangen haben.
Der Endspurt
Der Abgabetermin der schriftlichen Unterrichtsentwürfe nahte und es machte sich ein Hauch von Torschlusspanik breit. Die Laptops liefen förmlich heiß und die Drucker machten keine Pause, es wurde bis morgens früh geschrieben, gedruckt und eingebunden. Für all unsere kleinen und großen Probleme stand Marina uns bis spät in der Nacht mit Rat und Tat zur Verfügung. Uns viel allen ein riesiger Steinbrocken vom Herzen, als die „Dinger“ dann endlich im Karton verpackt und auf dem Weg zum Richter waren.
Tja, so einige von uns waren dann etwas verdutzt als sich bei unserer Modenschau die ein oder andere Bluse oder auch der schöne Hut als absolut untauglich herausstellte. Ich zitiere Marina: „ Das geht ja gaaaar nicht!“ Aber Dank unserer lieben Turnierreiterrinnen, die uns netterweise ihre komplette Garderobe mitbrachten, fand sich für jeden von uns das passende Outfit. Am Tag vor der Prüfung wurden dann die Pferde herausgeputzt. Und so wurde gewaschen, geputzt und eingeflochten bis zum späten Abend.
Es lohnte sich! Zitat der Richter „ Sie sind alle sehr hübsch – ganz ausgesuchte Exemplare“
Die bestandene Prüfung und die dazugehörige Verantwortung des Ausbilders
Herr Boyks, Herr Hinterthan und Herr Simonsmeier verkündeten, dass nun über jedem von uns die Verantwortung eines Trainers schweben würde, da wir alle bestanden haben. Jiihaaaa nun wussten wir, warum wir all den Stress auf uns genommen haben uns gequält haben beim erstreben des perfekten Sitzes und Tag und manchmal auch Nachts gelernt haben. Was ist das für ein tolles Gefühl, es endlich geschafft zu haben!!!!!
Auf diesem Wege noch mal vielen Dank von uns allen an Marina, die sich wirklich unglaublich viel Mühe gegeben hat, uns alles so zu erklären, das wir es verstehen und umsetzen konnten. Danke auch für deine Ehrlichkeit und Fairness uns und unseren Pferden gegenüber. Du hast es geschafft uns klar zu machen warum all das, was wir in einer solchen Trainerausbildung lernen so wichtig ist. Und wir werden uns daran halten, bei all unserem Tun. Der Horsemanship- Gedanke steht immer an erster Stelle – versprochen!!!
Trainer C: Tabea Janßen, Bianka Stortz, Nicole Schüller, Stefanie Bubenzer, Carla Mathay - Welter und Andrea Wichmann
Trainer B: Rebecca Deusing, Manuela Becker, Stefanie Sievering, Kerstin Geppert und Carolin Jansen.
Ein Bericht von Andrea Wichmann
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