Gedanken zum Thema ....... „Gutes Reiten“ oder woran erkenne ich einen Trainer mit Kompetenz?
Wie ich dazu komme, mir darüber Gedanken zu machen? Anlass war der Trainer C& B Lehrgang mit
Marina Perner auf der Hightoweranch in Bad Münstereifel. Die Reitanlage der Familie Klawuhn verfügt über eine Reithalle, einen 20 x 60er Reitplatz, eine überdachte Führanlage und Gästezimmer. Rundum: Alles was Pferd und Reiter für einen Ausbildungsweg in dieser Form benötigen. Von unserer Kursleiterin, Marina Perner, lernten wir alles, und noch viel mehr, was für die Prüfung zum Trainer C bzw. B notwendig war. Der Lehrgang war bestens organisiert und mit einem erfolgversprechenden Konzept durchgeführt.
Fazit: Alle bestanden!!!!
Ein "Danke" an dieser Stelle an unser gesamtes Team!
Ein super Klima, gegenseitige Hilfe wo auch immer nötig – einfach klasse! Besonderer Dank auch an Familie Klawuhn!
... und nun zum eigentlichen Thema
Was ist nun eigentlich "Gutes Reiten" und was bedeutet es, ein Ausbilder mit Kompetenz zu sein?
Wir haben nun alle die Prüfung zum Trainer Westernreiten, wie aber gehen wir damit um?
Als erstes möchte ich in Bezug auf die Meinung „Trainerschein ist unnötig und Quatsch“ einiger Unterrichtenden ohne Trainerschein, ohne langjährige Erfahrung mit Weiterbildung oder reiterlicher Berufsausbildung eine Sache klären:
Ein Trainerlehrgang wie dieser ist absolut sinnvoll und erklärt im Nachhinein allerlei von dem, was im vorherigen Reiterleben schief gelaufen ist. Am meisten zu Denken gab uns unsere bisher praktizierte Reiterei. Na klar, man hat sich bemüht alles richtig zu machen, hat Bücher gelesen und immer wieder Unterrichtstunden bekommen, aber – und jetzt mal ganz ehrlich! - wer hat schon den Zusammenhang zwischen Löse-, Arbeits- und Abwärmphase begriffen?
Wem wurde nicht schon zigmal gesagt: Beine lang, Absätze tief! Hände ruhig! Aber was hat das zu tun mit einem ausbalancierten, losgelassenen Sitz? Und wieso soll mein Pferd taktrein laufen?
Kann ich nicht die Anlehnung erreichen, ohne dass mein Pferd losgelassen ist? (was bedeuten diese Begriffe eigentlich wirklich?) Es gibt viele Beispiele, die ich hier aufführen könnte, eins oder mehrere treffen bestimmt auf die meisten Reiter zu. Bei uns Trainer Anwärtern waren es falsche Vorstellungen vom Westernreiten, möglicherweise überhaupt vom Reiten oder nicht gerechtfertigte Erwartungshaltungen gegenüber unserer (Turnier)pferde .......es kam schon einiges zusammen.
Insgesamt haben wir auf diesem Lehrgang sehr viel über das Reiten mit leichten Hilfen erfahren. Dabei soll auch die Ausbildungsskala helfen. Doch wenn man es mal wirklich analysiert, stellt man fest, dass es für viele Reiter schon recht schwierig wird, nur die ersten drei Punkte der Skala richtig umzusetzen. Dazu ist kompetente Anleitung und bestes Training mit dementsprechenden Voraussetzungen notwendig. Gutes Reiten ist einfach gutes Reiten, ganz gleich welche Reitweise man gewählt hat. Unser Trainerkurs war ein absolut informativer Lehrgang. Für jeden, der Unterricht erteilt, wird er von großem Nutzen sein. Wir haben erkannt, wie notwendig der strukturierte Aufbau einer Unterrichtsstunde ist. Nicht nur für den Reiter, auch für das Pferd. Der gesamte Sportlehrebereich ist wirklich wertvoll für jeden Reitlehrer. Wir haben gelernt, dass ein guter Reitlehrer nicht nur fachliches, sondern auch pädagogisches Geschick haben muss. Meines Erachtens wird dieser Aspekt von viel zu wenigen Ausbildern in den Unterricht einbezogen. Es ist auch nicht egal, wie der Lehrer mit seinen Schülern umgeht oder welche Lehrpferde zur Verfügung stehen. Fakt ist, der Schüler zahlt viel Geld für einen Unterricht, der ihn im schlimmsten Fall nicht nur nicht weiter bringt, sondern ein harmonisches Reiten zum unerreichbaren Ziel werden lässt.
Dass ich in Zukunft meine eigenen Lehrer nach anderen Kriterien auswählen werde als bisher, ist ein kleiner Beitrag zu meiner Weiterentwicklung. Ich möchte nicht sagen, dass sie nicht qualifiziert waren, aber meine Ansprüche, den Reitunterricht betreffend, sind erheblich gestiegen. Was es heißt feinfühliger, koordinierter und somit vor allen Dingen pferdefreundlicher zu reiten, durften wir in dieser kurzen Zeit im Ansatz durch Marina erfahren. Relativ schnell erkannten wir unsere Defizite im Bereich Sitz und Hilfengebung. Aus dieser Sicht heraus hätte der Kurs auch noch Wochen länger dauern können. Denn eins haben wir bestimmt gelernt und erkannt:
Zukunftsorientiert haben wir jetzt eine gute Basis um unserem Ziel, Harmonie zwischen Reiter und Pferd, näher zu kommen.
Pferdeverständliches und pferdeschonendes Reiten steht nun für mich und einige andere Teilnehmer ganz oben in der Prioritätsliste!
Vielen Dank an Marina! Ich wünschte, wir hätten mehr Ausbilder, die in Zukunft durch so detaillierte und umsetzbare Hilfengebung im Bezug auf pferdefreundliches und gesundheitserhaltendes Reiten den Schülern und somit auch den Pferden weiterhelfen könnten.
Und hier die Antwort auf die Frage, wie wir mit unserer Lizenz Trainer-Westernreiten umgehen:
Wir haben eine Verantwortung übernommen, und es liegt an uns, uns weiterzubilden und fundiertes Wissen an unsere Reitschüler weiter zu geben.
Fazit: Im step by step System immer ein kleines Stückchen weiter. Mit qualifizierten Ausbildern wird besseres Reiten „ lern- und lehrbar.“
Andrea Zimmermann
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