Trainer B Lehrgang mit Marina Perner auf dem Gestüt Goting Cliff 18. Dezember 2005
Nacherzählt von „ Mr. Run For You“......einem vierbeinigen Teilnehmer
Ein Turnier? Mitten im Dezember....oder was soll das wohl werden?
Mein Mensch packt schon die ganze Zeit an seinem Auto, der Pferdehänger ist angehängt, der Heusack drin und los geht’s!
Ich mache mir ein wenig Sorgen, wo will er bloß mit mir hin? Es ist doch kalt und Glatteis haben die Wetterfrösche auch angesagt.
Aber es wundert mich doch, warum man auf einem Turnier Bücherkisten und Computer braucht?
Noch stundenlangen Gerumpel über die Autobahn, endlich angekommen.
Ich erinnere mich, letztes Jahr um diese Zeit waren wir auch hier:
In Wagenhoff im schönen Nieselsachsen! Wenn wir doch nur mal im Sommer hierher kommen würden! Jetzt hängen die Wolken schon wieder so tief und lausig kalt ist es, trotz meines Winterfelles.
An diese“ Aktion letztes Jahr kann ich mich lebhaft erinnern. Es war nämlich gar kein Turnier, sondern eine Art Ausbildung für unsere Menschen, ganz nach dem Motto „Wer ist Deutschlands bester Reitlehrer! Es dauerte 18 Tage und mein Mensch hatte ganz schöne Frostbeulen.
Später hat er sich aber doch gefreut, alle anderen nannten ihn Trainer C und er war mächtig stolz.
Seitdem er letztes Jahr diesen C-Titel erworben hat hilft er den Menschen meiner Kumpels. Ich glaube die haben jetzt mehr Ideen wie sie netter reiten können.
Mal sehen wie das diesmal ausgeht .. ...aber seine feine Turnierkleidung hat mein Mensch trotzdem mit....wenn er da mal nicht wieder frieren wird in dem dünnen Hemdchen!
Gut versorgt bin ich ja, schöne Box mit Ausblick, nette Mister, feines Heu und Kraftfutter und soweit ich zählen kann 14 weitere Kumpels mit ihren Menschen.
Ja, ich glaube das geht jetzt stundenlang so.
Immer steht so ein kleiner Dicker zu Fuß in der Halle.
Redet auf meinen Menschen oder die anderen Reiter ein und will, dass wir irgendwelche Figuren reiten.
„Genauigkeit in Kürze“ ruft da eine Stimme aus dem Zuschauerrang. Ich glaub es ist Dieter Bohlen aber irgendwie hört er sich so nett und gar weiblich an. Ohha, es war nicht der Dieter sondern die Chefin von der Truppe. Marina Perner heißt sie, hat mir mein Kumpel aus der Nachbarbox gesagt. Die versteht was von ihrem Job, denn die kleinen Dicken da in der Mitte von der Reithalle werden immer besser. Sie sind sogar schon in der Lage sich so auszudrücken, das mein Mensch versteht was er tun soll so das wir endlich verständlich miteinander kommunizieren können.
Übrigens stehen sie auch nicht mehr in der Mitte im Weg rum, sondern bleiben schön am Rand. Sie reden auf einmal laut und deutlich und manchmal lernt einer der Menschen auch noch was.
Und wenn einer immer noch nicht laut und deutlich reden kann, bekommt er sogar Nachhilfe. Mein Kumpel hat sich schon beschwert, immer muss er nochmal in die Halle, dabei kann er schon alles....nur weil der Redner noch üben muss. Aber was tut man nicht alles für die Menschen!
So geht es Tag für Tag. Nur die Menschen werden immer müder, wenn sie vor unseren Boxen stehen und überlegen, ob wir jetzt mal reiten gehen. Ich würde ja wollen, aber mein übernächtigter Mensch?
Und stellt euch vor, die Menschen haben nicht gefeiert, sich nicht mal ein Gläschen Rotwein gegönnt, was sie sonst so gerne tun!
Sie erzählen doch glatt sie hätten bis nachts um zwei am Computer gehockt und Lehrproben geschrieben. Was das wohl ist? Probe - ob es sich um mein neues Futter handelt? Schließlich gibt es ja auch Weinproben.
Aber einmal war es noch ganz schön spannend. Der Sturm tobte , der Schnee kam durch alle Ritzen in der Halle , die Dachplatten donnerten.
Der Kleine da, zu Fuß in der Reithalle, war ganz schön ratlos.
„Sicherheit“ brüllte da einer der Zuschauer, ich glaub es war wieder die Teamchefin Marina. Diesmal war ihre Stimmführung nicht wirklich freundlich, es war wohl das was sie anweisungsorientiert nennen. Ich kann auch verstehen warum, meine zwei Kumpels hatten ganz schön weit aufgerissene Augen, außerdem kniff der Fuchs den Fliegenwedel zwischen die Hinterläufe- hihi, der sah ja aus wie ein Kaninchen.
Na klar: Sicherheit! Meine Kumpels und ich brachten uns dann auch schleunigst in Sicherheit. Nur weg von der Tür. So schnell wie es nur geht!
Ich erinnerte mich gerade noch was mir mal ein FN-Kollege mal geraten hat:
Wir hatten einen Spass, wir rannten und tobten. Und es ist ja bekannt, das Pferd ist ein Herdentier, einer für alle und alle für einen. Ich hatte keine Angst aber na ja.. der Gruppenzwang und so......
Jetzt war in der Halle, aber leider kein Hügel! Da hab’ ich meinen Menschen halt oben gelassen, aber gewackelt hat er ganz schön.
So vergingen die Tage und ich glaub es war der zehnte Tag da stand morgens mein Mensch vor mir:
"Benimm dich gut, benimm dich gut, benimm dich gut!"
Und wie ich mich benommen habe!
Ich hab ganz genau gemacht was der Kleine da, zu Fuß in der Reithalle und heute auch noch mit Hut, gesagt hat.
Nein geschrieen hat er fast, nur damit die zwei älteren Herren da am Rand der Halle auch alles verstanden haben.
Die kannte ich auch schon von irgend einem Turnier. Und die Stimme war ganz aufgeregt.....zum Glück bin wenigstens ich cool geblieben.
Hätte ich das nicht alles so toll gemacht , wäre jetzt mein Mensch nicht so froh , dass alle Trainer B zu ihm sagen.
Bestimmt steht das B für Besser Reiten, was anderes tun die alle wohl nicht.
Ich muss schon zugeben, während der zehn Tage haben sich einige der Kollegen meines Menschen zu wahren Reitkönnern entwickelt. Selbst die kleine rothaarige benutzt Ihre Eisen an den Füßen total nett. Das Pferd von ihr ist auch nicht mehr so kitzelig und widerborstig. Schade eigentlich, der Alpentiroler war immer für eine witzige Einlage zu gebrauchen.
Ich verstehe ganz und gar nicht warum man sich über einen Buchstaben weiter vorne im Alphabet so freuen kann. Würde es wirklich für besseres Reiten stehen dann hätten die Menschen hier wirklich was sinnvolles gemacht. Ich kann nämlich aus Erfahrung sagen daß das Tragen von meinem Mensch auch Spass machen kann.
Am liebsten im Gelände, ihr wisst ja wegen dem kugeln.... ups.
Aber es wird schon seinen Grund haben, ich und meine Artgenossen freuen uns für die 15 neugeborenen Trainer B.
Sandra Thiel Henning Daude Pia Staudt Kai Eva Jagla Werner Schiel Stefanie Forsthövel Nicole Briegel Constanze Schewe Bianca Bock Bettina Zellmer Sabine Bühls Janine Liszy Kornelia Helm Katrin Meyerding Stephan Bohl
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