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Kursberichte 2004

All the days of my life

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Marina Perner | Trainer A EWU / DSB


BESONDERHEITEN

Trainer C Lehrgang mit Marina Perner - Green Elker Appaloosa & Quarter Horses
Sandra Herbort

KURSDETAILS UND INFORMATIONEN

„All the days of my life“ oder Trainer-C-Lehrgang mit Marina Perner

Green Elker Appaloosa & Quarter Horses

Oktober 2004. Jetzt, so im nachhinein, ist es eigentlich schade, dass es schon vorbei ist. Ja, wirklich, der Stress ist vorüber, und wir haben super viel gelernt. Offiziell dürfen wir jetzt sogar Unterricht erteilen. Wir, das sind ich und noch 13 neugeborene Fachübungsleiter/innen Westernreiten. Ein „Bronzenes Reitabzeichen“ durfte mit uns so ziemlich alle Höhen und Tiefen, die das Leben so mit sich bringt, in den drei Wochen erleben. Nun ja, da waren einerseits eine super nette Gruppe, eine nette Reitanlage und eine sehr engagierte Trainerin. Andererseits stand Marinas mittlerweile bekanntes Motto „We can be heroes“ (gelobt sei Mr. Bowie) dem gegenüber. Genau unter diesem Motto und mit einer ganz gehörigen Portion Power ging es dann an alles (wirklich alles), was einen zukünftigen Fachübungsleiter so ausmachen sollte.

Angefangen bei Elementen aus dem Reitabzeichen ging es über Sportlehre, Sportpädagogik, Trainingslehre, Pferdebeurteilung und ganz viel Pferdewissen… weiter zur Unterrichtserteilung. Hier war der erste Tag wohl so etwas wie eine Ist-Zustands Kontrolle.

Was das bedeutet, lernten wir dann im theoretischen Teil. Logisch, es ist sinnvoll – Marina holte uns genau dort ab, wo wir – vom Leistungsstand her – waren. Was nichts anderes bedeutete als üben, üben und nochmals üben. Mit der Methode vom „Leichten zum Schweren“ wurden wir täglich in allem geschult, was einen guten Reitlehrer so ausmacht (und das ist nicht wenig!). In der Realität hieß das dann, für einige von uns, auch eine Typveränderung an den Tag zu legen. Ja wirklich, es ist verrückt, aber die stillen unter uns konnten plötzlich laut und deutlich sprechen. Andere, die vorher erzählten wie Wasserfälle, veränderten sich in der Form, das sie kurze, aber präzise Anweisungen gaben. Natürlich kam es noch besser.

Marinas Schwerpunkt war es, uns das „Sehen“ zu lernen. Was das heißt? (Ganz einfach, hahaha…) Also, man geht (als noch nicht ganz…. neugeborener Trainer-C) in eine Halle und gibt einfach mal Unterricht – Fataler Fehler – ! OK, jetzt mal im Ernst(!), man geht in die Halle, gibt sein Stundenthema bekannt und eine dazugehörige Aufgabenstellung. Jetzt heißt es, genau hinschauen, dem Reiter ein Feedback und die dazugehörige Korrektur geben. Aufgrund des genauen Zuschauens ergibt sich dann auch die Korrektur oder die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades. Die Korrektur muss natürlich inhaltlich stimmig sein und zum Erreichen des Lernziels dienen.

Als wir dieses System verinnerlicht und verstanden hatten, war es eigentlich fast gar kein Problem mehr. (O Gott, es war schon anstrengend, an alles zu denken und auch noch auf die Sicherheit in der Halle und an den Medieneinsatz zu denken). Jedenfalls wurden wir jeden Tag ein bisschen besser.
Vom reiterlichen Können war die Gruppe nicht wirklich als homogen einzustufen. Wir hatten vom Freizeitreiter bis zum wirklich nett anzusehenden Turnierreiter alles in unserer Gruppe. Demzufolge gab es kleinere und größere Korrekturen im Bereich Reittechnik. Tja, das Leben als Trainer-A ist nicht wirklich leicht, aber Marina stand uns auch schon frühmorgens vor Kursbeginn geduldig zur Verfügung.

Hier wurde der Sitz korrigiert und die sich daraus ergebenden Hilfen/Einwirkungen des Reiters – , schließlich mussten wir alle ja auch eine Horsemanship-Prüfung reiten. Im Bereich Pferdetraining beschäftigten wir uns mit der Arbeit des Pferdes am Boden. Mit verschiedenen Aufgaben schulten wir unseren Blick für die Reaktionen des Pferdes. Auch hier war Marinas Schwerpunkt beim „Sehen“. Nur wer ein Pferd richtig einzuschätzen vermag, kann es auch ausbilden. So lernten wir peu à peu, Druck aufzubauen und im richtigen Moment die Pferde für gewünschtes Verhalten zu bestätigen. Auch Mimik und Körpersprache wurden neu durchdacht und mit großem Erfolg verbessert. Es war wirklich super lehrreich, und hat die Gedanken über Horsemanship komplettiert (erstaunlich wie Pferde ihren Menschen reflektieren).

Nach ganz viel Input war es dann soweit, der Prüfungstag kam näher. Am Freitag der erste Schritt, die schriftliche Klausur!
Im nachhinein kann ich behaupten, wir waren alle super – wirklich.
Mit positivem Denken (wir versuchten es jedenfalls) kam dann auch der Sonntag (ein guter Tag zum Sterben – quasi.) Punkt 9 Uhr ging es dann mit den reiterlichen Prüfungen los. Das Richtertrio: J. Held, H. Hinterthan und H. Küttner nahmen Platz (ganz nette Herren, übrigens), und los ging es. Es wurde gezittert, geritten, wieder gezittert und geritten. Danach ging es direkt in die Unterrichtserteilung. Nach einer kurzen Pause ging es mit der Geländeprüfung weiter. Irgendwann (übrigens: Realitätsverlust ist auch eine Form von veränderten Verhaltensmustern bei Prüfungsängsten) war das Gröbste vorbei. Sein oder nicht sein, das war hier die Frage. Marina, als guter Coach, gab uns natürlich schon das erste Feedback. Das Leben sah wieder rosig aus. Nun hieß es Kraft tanken (über Energiebereitstellung haben wir ja auch alles notwendige gelernt), und ab in die letzte Runde.

In dieser Runde ging es um unser theoretisches Wissen. Wie Marina es uns schon prophezeit hatte, wurden wir auf den Gebieten Wissen rund ums Pferd, Sportlehre, Reitlehre, Organisation, Sport und Umwelt – und alles, was man sich so denken kann, abgeprüft.
Dann war es vorbei! Unsere Herren Richter (wirklich alles nette Burschen) zogen sich zur Auswertung unserer Leistungen zurück. Die Spannung stieg, und wir wurden immer nervöser (was machen die bloß so lange) ? Dann war es soweit: (Urteilsverkündung):
Bis auf einen kleinen Ausfall im Fach Reiten haben es alle geschafft, wir waren überglücklich. Unser Motto für das nächste Jahr lautet:
Unterrichtserteilung für Neueinsteiger ins Westernreiten und wie Marina immer betonte „Mit Freude an dieser Sportart und zum Wohle des Pferdes“. Wenn uns dies gelingt, hat sich all' die Arbeit und das Lernen mehr als gelohnt. Vielen Dank im Name unserer Gruppe an unsere Trainerin Marina Perner und an das Team von „Green Elker“ für die Durchführung dieses schönen Kurses. Das Gruppenklima war super, trotz Lernstress!

Sandra Herbort

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